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Kasseler Kunstpreis der Dr. Wolfgang Zippel Stiftung

Pascal Hointza, Hannes Hirth, Carola Ruf

Pascal Hointza und Hannes Hirth werden mit dem Kasseler Kunstpreis der Dr. Wolfgang Zippel‐Stiftung 2026 geehrt. Carola Ruf erhält den Doris Krininger Preis. Beides gab der Magistrat der Stadt Kassel bekannt, der die Preisträger auf Vorschlag des Stiftungsrates der Dr. Wolfgang Zippel‐Stiftung benannt hat.

Oberbürgermeister Sven Schoeller, Vorsitzender des Stiftungsrats, betont die Bedeutung der Preisträgerin und der Preisträger: „Mit Pascal Hointza und Hannes Hirth würdigen wir zwei Künstler, die in ihren jeweiligen Disziplinen mit eigenständigen Handschriften und großer künstlerischer Offenheit prägnante zeitgenössische Positionen entwickeln und damit zentrale Fragen unserer Gegenwart aufgreifen. Carola Ruf, die mit dem Doris Krininger Preis ausgezeichnet wird, steht mit ihrem Werk exemplarisch für  herausragende künstlerische Qualität und zugleich für Kontinuität. Die Arbeiten der beiden Preisträger und der Preisträgerin entstehen aus Kassel heraus und wirken zugleich weit darüber hinaus – sie machen sichtbar, welches künstlerische Potenzial in dieser Stadt wächst und wirksam wird.“

Der von der Dr. Wolfgang Zippel‐Stiftung jährlich ausgelobte Kasseler Kunstpreis ist mit jeweils 6.000 Euro dotiert; für den Doris Krininger Preis gibt es 5.000 Euro. Zusätzlich vergibt die Stiftung Fördermittel in Höhe von 11.000 Euro für elf künstlerische Projekte unterschiedlicher Sparten an Kasseler Kulturakteurinnen und Kulturakteure sowie 5.000 Euro für einen Kunstankauf für die Kasseler Artothek. „Die Dr. Wolfgang Zippel‐Stiftung stärkt die Kasseler Kulturszene nicht nur durch Auszeichnungen, sondern ganz konkret durch Ankäufe und die Förderung künstlerischer Projekte, die neue Arbeiten überhaupt erst ermöglichen. Sie schafft damit verlässliche Bedingungen, unter denen Kunst in Kassel entstehen, sichtbar werden und weiterwirken kann. Dieses kontinuierliche Engagement macht sie zu einem bedeutsamen Motor der kulturellen Entwicklung unserer Stadt.“, so Schoeller.

Welches Werk wird für die Artothek angekauft?

Für die Kasseler Artothek wird die Arbeit „5 pro 1m²“ der Künstlerin Tetyana Zolotopupova (5.000 Euro) angekauft. Das Werk zeigt mithilfe von Google‑Maps‑Aufnahmen verminte Landschaften in der Ukraine. Die Verkaufserlöse unterstützen die Entminung weiterhin besetzter Regionen. Der Stiftungsrat versteht den Ankauf als bewusstes Zeichen der Solidarität.

Für welche künstlerischen Projekte gibt es Fördermittel?

Die Stiftung unterstützt in diesem Jahr elf Projekte mit jeweils 1.000 Euro:

  • Anna Göbel / U Musik – Klanglabor im stillgelegten Bahntunnel
  • Catharina Alkhouri / Stimmen spiegeln Kulturen – Interkulturelles Musikprojekt
  • Galerie Feiertag / Ausstellungsprogramm 2026
  • Galeriefest: Südgalerien – Vielfalt im Fluss
  • Initiative Chamäleon Konzerte / Modulationen – Konzertreihe für zeitgenössische Musik
  • Initiative Echochamber / Echochamber – Immersive Performance zu rechter Gewalt in digitalen Räumen
  • K3 e.V. – Initiative Kasseler Atelierrundgang / Kasseler Atelierrundgang 2026
  • mimikri Kassel e.V. / Jahresausstellungsprogramm
  • Sara Klapp & Anne Rieckhof / Nach dem Happy End – Theater‑ und Musikprojekt
  • Theater Laku Paka / Angsthase, Pfeffernase! – Figurentheater für Kinder
  • WASCHRAUM / Jahresprogramm des unabhängigen Projektraums

Wann ist die Preisverleihung?

Die Preisverleihung findet am Dienstag, 23. Juni 2026, um 18 Uhr im Kasseler Kunstverein statt. Die Ausstellung der ausgezeichneten Werke kann dort bis Dienstag, 30. Juni 2026, zu den Öffnungszeiten des Kunstvereins besucht werden (Dienstag bis Sonntag und an Feiertagen 11 bis 18 Uhr, Donnerstag 11 bis 20 Uhr). Der Eintritt ist frei.

Wer ist Pascal Hointza?

Hointzas Malerei erforscht Übergänge, Brüche und Zwischenzustände menschlicher Existenz. In vielschichtigen, atmosphärisch dichten Bildräumen entstehen Szenen, die an Träume, Erinnerungsfragmente oder filmische Sequenzen erinnern. Seine Figuren wirken wie Reisende in einem Moment des Dazwischen, verletzlich, suchend, entschlossen.

Inspiration findet Hointza auf Reisen an abgelegene oder irritierende Orte weltweit. Diese Eindrücke verdichtet er zu poetischen, geheimnisvollen Bildwelten, die existenzielle Fragen stellen. Hointza (*1993) lebt im Landkreis, arbeitet in Kassel und schloss 2026 sein Studium der Freien Kunst an der Kunsthochschule Kassel als Meisterschüler ab.

Wer ist Hannes Hirth?

Hannes Hirth (*1996) zählt zu den markantesten jungen Stimmen der Kasseler Musikszene. Als Pianist, Keyboarder, Saxophonist, Sänger und Komponist verbindet er Modern Jazz, klassische Harmonik, improvisatorische Freiheit und Elemente des Progressive Rock zu einer unverwechselbaren musikalischen Sprache.

Im Zentrum steht das Hannes Hirth Trio, dessen Kompositionen durch rhythmische Komplexität und melodische Klarheit geprägt sind. Sein Debütalbum Almost Optimistic erschien 2024. Darüber hinaus prägt Hirth zahlreiche weitere Formationen und wirkt in Theater‑ und Performanceprojekten mit. Er lebt im Landkreis und arbeitet in Kassel.

Wer ist Carola Ruf?

Carola Ruf (*1955) arbeitet an der Schnittstelle von Malerei, Zeichnung und Objekt. Ihre präzisen komponierten Werke untersuchen das Verhältnis von Raum, Material und Wahrnehmung. Mit feinen Verschiebungen, seriellen Setzungen und reduzierten Formen schafft sie Bild‑ und Objektwelten, die Ruhe, Konzentration und subtile Bewegung vereinen.

Ihre Arbeiten reagieren sensibel auf architektonische Situationen und entfalten ihre Wirkung oft im Dialog mit dem Ausstellungsraum. Ruf lebt und arbeitet in Kassel und ist seit vielen Jahren in der regionalen und überregionalen Kunstszene präsent.

Was ist der Kasseler Kunstpreis?

Der Kasseler Kunstpreis wird seit 1992 von der Dr. Wolfgang Zippel‐Stiftung an junge Künstlerinnen und Künstler der Musik und der Bildenden Kunst verliehen. Die Stiftung „Kasseler Kunstpreis Dr. Wolfgang Zippel‐Stiftung“ wurde 1991 gegründet. Stiftungsvorstand ist der Magistrat der Stadt Kassel, dem ein siebenköpfiger Stiftungsrat zur Seite steht. Dem Stiftungsrat gehören aktuell Oberbürgermeister und Kulturdezernent Dr. Sven Schoeller als Vorsitzendem, Professor Joel Baumann, Milen Krastev, Andrea Linnenkohl, Olaf Pyras, Dr. Volker Schäfer und Hartmut Schmidt an.

Ihr Entstehen verdankt die Stiftung Dr. Wolfgang Zippel, der 1923 in Kassel geboren wurde und der Stadt Kassel mit seinem Tod im Jahr 1990 Barvermögen und Sachwerte zum Zwecke der Stiftungsgründung vermachte. 

Zweck der Stiftung ist die Förderung der Bildenden Kunst und der Musik. Im Zentrum steht dabei die jährliche Vergabe des Kasseler Kunstpreises an junge Künstlerinnen und Künstler aus der Region. Darüber hinaus vergibt die Stiftung Projektmittel zur Förderung künstlerischer Vorhaben und zum Ankauf von Kunstwerken für die Kasseler Artothek. 

Seit 2020 kann die Stiftung durch ein Vermächtnis von Doris Krininger ihr Wirken weiter entfalten und ausbauen. Doris Krininger war bis zu ihrem Tod im Jahr 2018 langjähriges Mitglied des Stiftungsrats der Dr. Wolfgang Zippel‐Stiftung und vermachte der Stiftung einen Teil ihres Nachlasses zur spartenunabhängigen Förderung von Künstlerinnen und Künstlern.

©Pressemitteilung der Stadt Kassel. Weitere Informationen: kassel.de/kasseler-kunstpreis