Jenny Brockmann
BYPASS

01. - 22.05.2022
Eröffnung: 05.05., 18 Uhr, auf dem Friedrichsplatz
Öffnungszeiten: täglich 10 - 18 Uhr
freier Eiintritt

 

Mit der Ausstellung „Bypass“ von Jenny Brockmann richtet der Kasseler Kunstverein auf dem Friedrichsplatz ein interdisziplinäres Projekt in Zusammenarbeit mit dem Kurator*innenkollektiv Jatiwangi art Factory aus. Elemente des Projekts  „Bypass“ sind insgesamt 8 kinetische Skulpturen in der Form von Sitzkreisen mit 12 Sitzen (Jenny Brockmann: Seat#12), die sowohl auf dem Friedrichsplatz als auch in der Justizvollzugsanstalt Kassel aufgestellt sind. 

Das Gleichgewicht der Skulpturen hängt von der Interaktion der Sitzenden ab. Expert*innen, Aktivist*innen, Künstler*innen und Besucher*innen aus der Nachbarschaft  sind in 4 Workshops, den sogenannten diskursiven Performances, eingeladen, sich an dem Projekt zu beteiligen.  Zeit, Rhythmus und Prozesse des Austauschs mit der uns umgebenden Welt sollen thematisiert und experimentiert werden.

Für die Verbindung des Inneren der Haftanstalt mit dem öffentlichen Raum  spielt eine spezielle Art des Lehms (im Indonesischen: Tanah) eine zentrale Rolle. Der Lehm (Ton) wird in Klänge transformiert und kann damit eine Verbindung zu Rhythmus und Zeit herstellen.

Jenny Brockmann (*1976) lebt und arbeitet in Berlin und New York. Ihre Werke werden vielfach international ausgestellt.

Jatiwangi art Factory ist eine Gemeinschaft, die zeitgenössische Kunst und kulturelle Praxis als Teil des lokalen Lebensdiskurses begreift. JaF ist Teil der diesjährigen documenta fifteen.

 

Handlungsanweisung
-Bitte beachten Sie, dass diese Skulptur gleichzeitig Unsicherheit als auch Fürsorge herrvorrufen kann.
-Bevor Sie sich setzen, vergegenwärtigen Sie sich bitte, dass Sie sich immer gleichzeitig mit einer Person gegenüber von Ihnen hinsetzen sollten, um nicht zu fallen (bitte die Skulptur nicht drehen oder kippen).
-Setzen Sie sich mit möglichst Ihnen nicht bekannten Menschen in den Sitzkreis.
-Wählen Sie eine Reihenfolge aus (z.B. Uhrzeigersinn, gegen den Uhrzeigersinn, in Sternform) und stellen Sie sich gegenseitig vor, konsequent in der von Ihnen gewählten Reihenfolge.
-Wählen Sie erneut eine Reihenfolge und teilen Sie Ihre Gedanken zu Zeit und Rhythmus (in z.B. Alltag, Profession, …) mit den anderen, konsequent in der von Ihnen gewählten Reihenfolge.
-Tauschen Sie sich weiter in freier Reihenfolge aus.
-Am Ende Ihrer Interaktion auf der Skulptur, stehen Sie alle gleichzeitig auf, indem Sie sich ein Zeichen geben.
 


Diskursive Peformances

Entanglement 1: #pause
Samstag, 07.05.22
15:30 Uhr  Friedrichsplatz


Entanglement 2: #pitch – nada
Samstag, 14.05.22
15:30 Uhr, Friedrichsplatz


Entanglement 3: #rhythm
Samstag, 21.05.22
15:30 Uhr, Friedrichsplatz

Entanglement 4: #melody
Samstag, 10.09.22
15.30 Uhr, ruruHaus

 

Die Ausstellung wird gefördert von:

Fundacja imienia Tadeusza Kantora
Kulturamt der Stadt Kassel
Kasseler Sparkasse
Jatiwangi art Factory

 

Statement der ADKV zum Krieg in der Ukraine

 

Die Arbeitsgemeinschaft Deutscher Kunstvereine (ADKV) solidarisiert sich mit den Menschen, den Künstler:innen in der Ukraine, den Opfern des Krieges und all Jenen, die sich in Russland gegen Krieg, Gewalt und Aggression aussprechen.

Krieg und Gewalt sind stets das Gegenteil von Kultur. Ein Krieg in unserer Nachbarschaft aber, der sich durch nationalistische Beschwörungen und konstruierte historische Argumente legitimiert, als habe es die schrecklichen Erfahrungen des 20. Jahrhunderts nicht gegeben, ist ein Angriff auf das Selbstverständnis und die Werte der zeitgenössischen Kunst und Kultur.

Durch den Angriff auf die Ukraine ist der Erhalt der Demokratie nicht nur in diesem Land, sondern in ganz Europa in Gefahr. Kunstvereine verkörpern ein Demokratieverständnis, das für den Erhalt eines lebendigen und vielfältigen Kulturerbes wichtig ist, so heißt es in der Begründung der Deutschen UNESCO Kommission zur Würdigung der „Idee und Praxis der Kunstvereine“ als Immaterielles Kulturerbe. Viele Kunstvereine haben in der Vergangenheit Kunst von ukrainischen Künstler:innen in ihren Räumen ausgestellt. Mit der Verschärfung der russischen Invasion in der Ukraine und der Belagerung der ukrainischen Hauptstadt Kiew sehen ukrainische Künstler:innen im In- und Ausland jetzt einer ungewissen Zukunft entgegen.

Der Krieg bringt die Kunst zum Schweigen. Er bedroht alle Künste. Der Krieg tötet Menschen und er wird unzählige Kulturgüter zerstören. Was uns als Kunstvermittler:innen aber besonders quält, ist das Verstummen der Künstler:innen, das dieser Krieg zur Folge haben wird, weil kulturelle Plattformen attackiert werden, Freiräume verschwinden, die Stimme der Kultur im Lärm des Krieges unhörbar wird, in der Ukraine ebenso wie in Russland. 

Wir sind erschüttert.
 

21. Mai 2022 15:30

Entanglement 3: #rhythm

Samstag, 21. Mai 2022, 15.30 Uhr
Friedrichsplatz
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10. September 2022 15:30

Entanglement 4: #melody

Diskursive Performance im Rahmen des Projekts BYPASS

Entanglement 4: #melody
Samstag, 10.09.22
15.30 Uhr, ruruHaus
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